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Projektziele EINKAUFEN 2030

Mit dem Modellprojekt „EINKAUFEN 2030 barrierefrei & inklusiv“ sollten die nachfolgend aufgeführten speziellen und allgemeinen Ziele erreicht werden, die wir nach Priorität geordnet aufgelistet haben.

 

Spezielle Zielsetzungen

  1. Bundesweit einheitliche Kriterien und Richtlinien für die barrierefreie Shopgestaltung
    Es sollte erreicht werden, dass seitens des Handels der Grundsatz des "Barrierefreiheit für Alle" sowie die Bestimmungen und Regelungen zur Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention stärkere Beachtung und Berücksichtigung finden und das bisher übliche Normalitätsprinzip (90/10) ablöst. Gemeinsam mit dem VDI, Unternehmen und Behindertenverbänden sollen am Kunden-/Nutzer orientierte Kriterien und Richtlinien entwickelt werden.
    Grundsätzlich ist hier anzumerken, dass jede Initiative, jedes Projekt, welches sich in Deutschland für Generationen und Inklusion einsetzt, ein richtiges und wichtiges Bestreben darstellt. So begrüßen und unterstützen wir z.B. auch die Anreiz und Bewusstseins schaffenden BMWi und BMFSFJ Projekte im Rahmen des Wirtschaftsfaktor Alters. Um den Forderungen der UN-BRK Rechnung zu tragen und den Kriterien normativen Charakter zu geben, müssen die zu erarbeitenden Kriterien aber mehr in die Tiefe gehen. Dies wird im Projekt durch die aktive Teilnahme von Menschen mit Beeinträchtigung an diesem Erstellungsprozess gewährleistet. Wir erhalten hierdurch detailliertere Kriterien begleitet von pragmatischen Lösungsmodellen z.B. zur Überwindung von nicht zu beseitigenden baulichen Barrieren bis hin zu menschlichen Faktoren wie Service, Umgang und Kommunikation. Wichtige Faktoren, um die Selbstbestimmung und Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger stärken.

  2. Lernladen
    Im Zusammenwirken mit dem Berufskolleg BWV Lothringerstr, den teilnehmenden Hochschulen, der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und interessierten Unternehmen sollten am Standort Aachen Azubis, Studenten/innen, Unternehmer/innen und Kunden/innen gemeinsam den Lernladen gestalten und Ideen beispielgebend für andere umsetzen. Die hier gewonnenen Ideen können und sollen bundesweit verwert- und einsetzbar sein. So sollte es möglich sein, dass andere Einrichtungen und Schulen ebenfalls durch unsere Hilfe solche Lernläden einrichten. Unser Modell soll gewünscht duplizierbar sein und sich bundesweit verbreiten. Des Weiteren steht der Lernladen auch als Schulungseinrichtung für den Handel zur Verfügung, an der Handelsunternehmen ihre Mitarbeiter/innen sensibilisieren bzw. schulen lassen können. Hier ist im späteren Nachgang dann auch ein Netzwerk der Lernläden denkbar, welches Erfahrungsaustausch betreibt.

  3. Praxishandbuch barrierefreie Shopgestaltung
    Dem Handel sollte ein Handlungsleitfaden zur Verfügung gestellt werden, mit dem Händler bei der Shop-Planung, im Zuge von Filialgründungen oder bei geplanten Umbauarbeiten die Erfordernisse der Barrierefreiheit einbeziehen können sollen. Die frühzeitige Berücksichtigung von Aspekten der Barrierefreiheit schon in der Planungsphase ermöglicht den effizienten Mitteleinsatz für Vorkehrungen der Barrierefreiheit und sollte Händlern/innen die Entscheidung zugunsten dieser Vorkehrungen leicht machen. Das Praxishandbuch sollte gleichzeitig eine geeignete Planungsgrundlage und Plattform für Architekten/innen und Objektplaner/innen sein.
    So wollten wir erreichen, dass die, im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und Kriterien bundesweit übertragbar sind und allen Zielgruppen zur Verfügung stehen. Im Ergebnis sollten so Teilhabe und Inklusion speziell in der regionalen Nahversorgung verbessert werden.

  4. Onlineplanungssoftware Shopgestaltung
    Die Bereitstellung des Online-Tools Barrierefreie Shopgestaltung entspricht klassischen Expertensystemen. Mit Hilfe von Fragen und Antworten werden die Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ziele des Ladeninhabers ermittelt. Bei jedem Schritt sollte die Komplexität reduziert werden, indem alle nicht relevanten Aspekte in der weiteren Fragestellung entfallen. So sollte eine Bäckerei keinerlei Aspekte der Modeboutique oder Eisdiele prüfen müssen. Auf diese Weise sollte die Nutzung des Online-Tools Barrierefreie Shopgestaltung einfach bleiben, obgleich die spezifischen Voraussetzungen und Bedürfnisse der Nutzer/innen berücksichtigt werden.

  5. Barrieren in den Köpfen - Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung
    Der Handel muss hinsichtlich der Barrierefreiheit weiterentwickelt werden. Hierzu gehört, dass Mitarbeiter/innen im Publikumsverkehr entsprechend im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung geschult werden. Hierzu zählt z.B. auch der Umgang mit Menschen mit seelischer , geistiger Beeinträchtigung, Demenz oder Lernschwierigkeiten. Besonders diese Gruppen der Bevölkerung haben größere Probleme beim täglichen Einkauf. Ein großer Teil dieser Zielgruppen würde häufiger einkaufen und mehr Geld ausgeben, wenn es mehr angepasste Möglichkeiten für sie gäbe. Damit wird auch die steigende wirtschaftliche Bedeutung deutlich. Dieses Nachfragepotenzial wird sich in den nächsten Jahren durch den steigenden Anteil älterer Personen an der Bevölkerung deutlich erhöhen. Mit ihr einhergehend steigt auch die Zahl der Menschen mit Einschränkungen und Behinderung. Neben dem Handel müssen aber auch Architekten/innen und Objektplaner/innen für die Bedürfnisse und Belange aller Kundengruppen sensibilisiert werden. Auch dieser Zielgruppe muss bewusst gemacht werden, wie wichtig die Umsetzung von Barrierefreiheit heute und vor allem in Zukunft sein wird. Letztlich müssen auch Marketing und Werbung die Wichtigkeit dieser Entwicklung erkennen und Vertriebs- und Vermarktungsstrategien konsequent anpassen. Die entwickelten Schulungsinhalte zur Sensibilisierung und Kommunikation werden im Sinne der Übertragbarkeit bundesweit angeboten.

  6. Module für den Berufsschulunterricht
    Es sollten Schulungsmodule für einen Einsatz im Rahmenlehrplan Kauffrau/-mann im Einzelhandel entwickelt, erprobt und eingeführt werden, die Auszubildende im Handel im Rahmen ihrer Berufsausbildung mindestens einmal durchlaufen. Hierzu zählt neben der Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Behinderung auch die Shopgestaltung. Die Module sollten Prüfungskonform entwickelt und gemäß den Vorgaben des Rahmenausbildungsplanes für Einzelhandelskaufleute und Verkäufer/innen in 23 Klassen des Berufskollegs durchgeführt werden. Die Alltags- und Verkaufssituativen Module sollten im Vorfeld gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt werden.

  7. Empfehlungen zur Erstellung von Handlungskonzepten für Einkaufsstandorte
    Die Vernetzung regionaler Akteure/innen und Initiativen wird in der StädteRegion Aachen durch die IHK und den regionalen Einzelhandelsverband im Projekt BuyLocal initiiert. Unser Projekt sollte diese Initiativen bei z.B. Veranstaltungen, Workshops, Schulungen unterstützen. Ziel war es hier, aus dieser Zusammenarbeit Ansätze und Empfehlungen abzuleiten, die bei der Entwicklung von Handlungskonzepten für Einkaufsstandorte in Deutschland hinsichtlich einer barrierefreien Gestaltung angewendet werden könnten. Primär sollte die Beteiligung an dieser Initiative der Erfolgskontrolle unserer in den Arbeitspaketen erarbeiteten Ergebnisse dienen. Hier war im Nachgang zum Projekt im Rahmen der nachhaltigen Fortsetzung geplant, für interessierte Werbegemeinschaften, Einkaufsgenossenschaften und Kommunen beratend tätig zu werden.

 

Allgemeine Zielsetzung

Den ganzheitlichen Barrierefreiheitsbegriff als zentrales Leitbild für werteorientiertes Denken und Handeln verbreiten und so die gesamte Gesellschaft für das Thema zu interessieren und mitzunehmen. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus den einzelnen Projektzielen 1 bis 7 dokumentieren. Die Ergebnisse bundesweit verbreiten. Kompetenzen von Projektbegleiterinnen und -begleitern für die Unterstützung der Einkaufsstandorte weiterer Kommunen und Regionen in Deutschland auf- und ausbauen. Hier sind vor allem die Ausbildung von Menschen mit Beeinträchtigung, als Experten/innen in eigener Sache, zu Dozenten/innen, Trainern/innen und Beratern/innen vorgesehen.

Die Zielsetzungen des Projektes sind darauf ausgerichtet, unter zukunftsgewandten Aspekten das Einkaufen für alle Menschen, aber insbesondere unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung, komfortabler und ohne Einschränkungen möglich zu machen. Die Bewusstseinsbildung für Barrierefreiheit verbunden mit bürgerschaftlichen Engagement soll dabei Kernaufgabe des Projektes sein, um dem Handel in Deutschland ein zukunftsfähiges Modell für die Vision eines barrierefreien Ladenlokals im Jahr 2030 zu präsentieren, mit dem dieser die Anforderungen an die Gestaltung eines barrierefreien Einkaufserlebnisses für Alle anbieten kann.

Was und wie wir diese Zielsetzung umgesetzt haben und zu welchen Ergebnissen wir im September 2017 gekommen sind, efahren Sie auf den beiden nächsten Seiten Arbeitspakete und Ergebnisse.

 

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