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Wie sieht die Handlungsempfehlung aus? Beispiel: Treppe

Bei der Güteprüfung Ihres Objektes gemäß den Besonderen Prüfbestimmungen EU-GS 904 Treppe wurden Barrieren gefunden. Zur Umsetzung von Barrierefreiheit in Ihrem Objekt erhalten Sie hiezu nachfolgende Handlungsempfehlungen

Abbildung einer Treppe

Treppen

1. Einleitung

Gerade Treppen werden bei der Barrierefreiheit gerne z.B. in den Fällen sträflich vernachlässigt, wo man alternative Zugangsmöglichkeiten geschaffen hat, nämlich eine Rampe oder einen Aufzug. Dann gerät die barrierefreie Gestaltung von Treppen oft in Vergessenheit oder man vertritt die Meinung: Mein Zugang ist barrierefrei!

Da Barrierefreiheit gesamtgesellschaftlich zu betrachten ist, wie es EURECERT® tut, liegt bei Treppen kein contradictio in adjecto vor, weil ja Stufen nicht barrierefrei sein können. Gerade Treppen gehören zu den Gebäudeteilen mit Intensivnutzung. Auch von Menschen mit Beeinträchtigung? Selbstverständlich! Beispielsweise von Menschen mit Gleichgewichtsstörungen oder Platzangst (Klaustrophobie). Aber auch Menschen mit Seh-, oder Mobilitätseinschränkungen sowie Senioren präferieren die Treppe vor alternativen Rampen oder Aufzügen, da Treppen z.B. eine bessere Orientierung bieten, bzw. 3 oder 5 Treppenstufen weniger beschwerlich zu bewältigen sind, als alternative lange Rampenwege. Zubeachten ist auch, dass Aufzugsanlagen des öfteren wegen Reparatur oder Wartung außer Betrieb sind und in Notfällen(z. b. bei Feuer) nicht benutzt werden dürfen. Und nicht zuletzt wurde Treppensteigen in den letzten Jahren als "gesunde" Trainingseinheit zwischendurch propagiert, so dass mittlerweile sehr viele Menschen die Treppe bevorzugen. Gerade Senioren folgen dieser Einstellung sehr häufig. 

Prüfrelevanz: EURECERT® EU-GS 904 Treppe
Geltungsbereich: Alle öffentlich zugänglichen Treppen im Innen und Aussenbereich eines Objektes
Betroffene Nutzergruppen:

KinderFamilienSeniorenGehenKopfTaubHörenBlindSehenKulturen


Lesen Sie hier den entsprechenden Abschnitt "Treppen" aus unseren EURECERT® Güte- und Prüfbestimmungen:

 

2. Die Treppe - unterschätzter Unfallschwerpunkt

In Deutschland sind beim Bau von Treppen die jeweiligen Landesbauordnungen relevant. Sie fordern meist nur einen Handlauf und eine irgendwie geartete Beleuchtung. Ist die Bauabnahme erfolgt, glauben viele, dass alle rechtlichen Vorgaben erfüllt sind - was aber längst nicht der Fall sein muss. Denn bei einem Treppensturz greift das Zivilrecht und die Frage nach der Verkehrssicherheit. Laut Bundesgerichtshof ist eine Treppe erst dann verkehrssicher, wenn ...

links und rechts ein Handlauf vorhanden ist und blendfreies, mehrflammiges und verschattungsfreies Licht die Treppe erhellt. Zudem besteht die Pflicht zur Nachrüstung.

Darüber hinaus stuft der Verband der Haftpflichtversicherer nicht verkehrssichere Treppen als grobe Fahrlässigkeit ein. Bei grober Fahrlässigkeit verweigert die Haftpflichtversicherung in der Regel die Regulierung des Schadens. Der Hausbesitzer respektive Gebäudebetreiber bezahlt dann den Schadensersatz und Schmerzensgeld bis hin zu lebenslanger Rente selbst.

Die DIN-Norm richtet das schon! - Unverständlicherweise, NEIN!

DIN 18040-1 / Öffentlich zugängliche Gebäude [Teil 1]: Abschnitt 4.3.6 muss nur auf notwendige Treppen angewendet werden.
(Definition: Nicht notwendige Treppe: Zusätzliche Treppe, die ggf. auch der Hauptnutzung dient [vgl. DIN 18065, 3.4]).

DIN 18040-2 / Barrierefreie Wohnungen [Teil 2]: Die Abschnitte 4.3.6 … sind von der Einführung ausgenommen.

Was bedeutet das?
Achten Sie als Bauherr unbedingt darauf, dass Ihre Planer und Architekten nicht ausgerechnet diesen intensivgenutzten Objektteil bei der Umsetzung von Barrierefreiheit außer Acht lassen, auch dann, wenn Zugänglichkeitsalternativen, wie Rampen oder Aufzüge eingeplant wurden.
Außerdem ist dieses Beispiel leider ein Indiz dafür, dass der Satz:" Wir sind nach DIN 18040 barrierefrei" mit allergrößter Vorsicht zu betrachten ist.

Mehr als 90% aller Treppen in öffentlich zugänglichen Gebäuden sollen demnach nicht verkehrssicher sein. In Deutschland stürzen pro Jahr über 600.000 Personen auf Treppen mit oft schwerwiegenden Folgen, über 1.000 sterben daran. Auf Treppen starben z. B. 2010 nahezu doppelt so viele Menschen wie bei Motorradunfällen! Die Gegenüberstellung der Statistik tödlicher Treppenunfälle und tödlicher Unfälle in PKWs zeigt: Während in den letzten 12 Jahren die Verkehrsunfälle mit Todesfällen um 61% abnahmen [Quelle: ADAC], stiegen im gleichen Zeitraum die Anzahl der Treppenunfälle mit Todesfolge um 15%.

Mit einem einzigen Treppensturz ist also die Wirtschaftlichkeitsberechnung vieler Planer und Architketen überholt, die gerade bei diesem Gebäudeteil sparen.

Die Fachkommission Bautechnik hat 2012 mit Erscheinen der Musterliste der Technischen Baubestimmungen (MLTB) den deutschen Bundesländern empfohlen, die DIN 18040, Teil 1 und 2 in die landesinternen Baubestimmungen als mitgeltend aufzunehmen, die Abschnitte 4.3.6 hierbei jedoch teilweise bzw. vollständig auszuschließen. Entscheiden Sie nun bitte selbst, ob Sie als Betreiber eines Geschäftes, eines Hotels oder einer Senioren-Wohnanlage Treppen in Ihrem Gebäude zulassen möchten, die die Grundsätze der Barrierefreiheit nicht berücksichtigen oder Sie aus welchem Beweggründen auch immer, ausgerechnet bei diesen Gefahrenstellen auf barrierefreie Gestaltung verzichten möchten.

 

3. Treppentypen

2-läufig gewinkelte Treppe mit Zwischenpodest (A)
2-läufig gegenläufige Treppe mit Zwischenpodest (B)
1-läufige gerade Treppe (C)
3-läufig, zweimal abgewinkelte Treppe mit Zwischenpodesten (D)
1-läufig halbgewendelte Treppe (E)
1-läufig, im Austritt viertelgewendelte Treppe (F)
2-läufig gerade Treppe (G)
1-läufig, zweimal viertelgewendelte Treppe (H)
1-läufig, im Antritt viertelgewendelte Treppe (I)
Wendeltreppe mit Treppenauge (J)
Spindeltreppe mit tragender Mittelstütze (K)

Fettdruck = Im Rahmen unserer Güterichtlinien zulässige barrierefreie Treppentypen

 

4. Unsere Empfehlungen

4.1 Treppenlauf und Stufengestaltung

Grundsätzlich gilt: Plane das Verhalten deiner Nutzer vorausschauend und Sie tun genau das Gegenteil. Das ist zwar ärgerlich, liegt aber in der Natur des Menschen. Erinnern sie sich mal an Ihre Jugend. Haben Sie nicht als Kind auch schon mal Bergsteiger an der Innenseite einer gewendelten Treppe gespielt? Hochgefährlich, aber ... Aber auch Menschen, die auf geordnete Strukturen angewiesen sind, Senioren mit Gangunsicherheiten oder Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Sie alle sind auf gerade Treppenläufe angewiesen und berecnet man deren Anzahl, so gibt es bei der Planung eigentlich keinen großen Handlungsspielraum. Geradlinig. Dafür gibt es doch Handläufe ! Dazu sollte man wissen, dass geübte Langstocknutzer diese bei der Treppenbenutzung überhaupt nicht verwenden. Ebensowenig, wie viele rüstige Rentner dies tun. Szenario: Notfall (z.B. Brand oder Räumung eines Gebäudes): Viele Nutzer bewegen sich bei eingeschränkter Sicht. Auf einer gewendelten Treppe steigt das Unfallrisiko um ein Vielfaches.

Treppen bestehen aus Trittstufen und Setzstufen. Diese sind dann barrierefrei gestaltet, wenn Sie ohne Unterschneidung aufeinander treffen. Diese Unterschneidungen von meist nur wenigen Zentimentern oder gar offene Treppen ohne Setzstufen laden förmlich zum Hängenbleiben, Stolpern oder Stürzen ein. Daher lassen wir in unseren Richtlinien bei Neubauten solche Unterschneidungen überhaupt nicht mehr zu und legen bei Bestandsbauten fest: [...] Nur in baurechtlich begründeten Ausnahmen (z.B. Denkmalschutz) ist eine Unterschneidung der Trittstufe kleiner 2 cm zulässig. In allen anderen Fällen sind Maßnahmen zur Beseitigung der Unterschneidung anzustrengen. [...]

Wissenschaftlich belegt sind solche Treppen besonders sicher begehbar, deren Stufen einen Auftritt von 29 cm und eine Steigung von 17 cm aufweisen. Ganz nebenbei erwähnt haben die wissenschaftler hierbei herausgefunden, dass diese Werte gleichzeitig den geringsten Kraftaufwand erfordern.

4.2 Handläufe

Zu allererst: Handläufe immer beidseitig anbringen! Die Argumentation, dass es Rechts- und Linkshänder gibt wird oft belächelt. Fügt man aber einen Gipsverband oder einseitige Lähmung durch Schlaganfall, Arthrose hinzu, kriegt dieses Argument einen Schuh. Trotzdem vernachlässigen Architekten und Planer gerne diese Forderung. Gerichte dagegen verstehen bei der Bewertung der Verkehrssicherheit keinen Spass und der Bauherr erlebt dann bei der Urteilsverkündung eine böse Überraschung, da der 2.Handlauf eine Grundvoraussetzung für Verkehrssicherheit darstellt.

Handläufe werden in der Regel vor allem von Kindern und Senioren genutzt, weil Sie diesen neben der Unterstützung beim Treppensteigen vor allem ein Sicherheitsgefühl vermitteln. Hierzu müssen Handläufe vor allem griffig und stabil sein. Griffig sind Handläufe mit Profildurchmessern zwischen 3 und 4,5 cm. Häufig wird der Fehler begangen, Handläufe seitlich statt von unten zu befestigen. Dies unterbricht den Lauf und kann u.U. zu Verletzungen führen. Besonders ungünstig ist diese Art der Befestigung auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung oder Erblindung, die solche Hindernisse im Lauf sprichwörtlich nicht kommen sehen. Daher gilt: Halterungen generell von unten an den Handlauf installieren.

Da vor allem Kinder Handläufe benötigen, sollten Sie gerade in Gebäuden, in denen viele Kinder vorzufinden sind über einen zweiten Handlauf in kindgerechter Höhe (50-75 cm) nachdenken, der im Übrigen auch kleinwüchsigen Menschen zu Gute kommt.

Handläufe sollten farblich kontrastierend zum Hintergrund (z.B. Wand) gestaltet werden. Dies kann bei schmalen Handläufen durch einen zusätzlich angebrachten breiteren Farbstreifen, durch Handläufe mit integriertem Leuchtband oder durch einen zweiten kindgerechten Handlauf unterstützt werden. Solche Maßnahmen unterstützen nicht nur die leichtere Auffindbarkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigung, sondern auch die Übersehbarkeit für alle Nutzergruppen.

Gerne übersehen bzw. nicht beachtet wird ein durchgängiger Handlauf. Unterbrochen mit er meist innen am Treppenauge oder außen an Zwischenpodesten. Dies ist z.B. für Menschen mit Gangunsicherheiten äußerst problematisch bis gefährlich.

Ebenso problematisch, die oft genannten 30 Zentimeter am Anfang und Ende einer Treppe. Gemäß EU-GS 904 AUB Treppe gilt: [...] und mindestens 30 cm oder entsprechend um eine Länge des Stufenauftrittes (a) über Anfang und Ende des Treppenlaufs hinausreichend zu installieren. Diese Hinausreichung ist an der obersten Treppenstufe durch ein Abknicken in die waagerechte Laufführung umzusetzen. 4.2 Am unteren Treppenende ist diese Hinausreichung gemäß Punkt 4.1 mindestens durch eine Fortführung des Handlaufes in der Neigung des Treppenlaufs über die unterste Stufe hinaus umzusetzen, [...] Handläufe sollten bis zur vollständigen Beendigung der Treppennutzung unterstützen. Wichtig ist dies auch, wenn man weiß, dass sich 80% aller schweren Treppenunfälle beim Abwärtsgehen ereignen und weit über die Hälfte dieser am unteren Ende geschehen, weil eben diese 30 cm fehlen.

Oft stellt man uns auch die Frage, ob Informationen an Handläufen in Braille oder erhabener Profilschrift angebracht werden sollen? Antwort: Diese Informationen sind sowohl in Brailleschrift als auch in erhabener Profilschrift anzubieten. Warum denn eigentlich? Viele erblindete Menschen, die von Kindesbeinen an Braille erlernt haben, können Ziffern und Buchstaben nicht lesen. Späterblindete hingegen lernen häufig Braille nicht mehr, erkennen aber die Profilschrift, weil sie diese als Sehende angewendet haben.


4.3 Treppen markieren

In unseren Prüfrichtlinien EU-GS 904 AUB Treppe finden Sie hierzu folgende Informationen: [...]  Treppen sind generell visuell sicher erkennbar zu gestalten. Hierzu sind alle Trittstufen über die volle Breite mit einem 4-5 cm breiten, sich visuell zu Tritt- und Setzstufen kontrastierenden, durchgezogenen Streifen, beginnend an der Stufenkante, zu kennzeichnen. Unterbrochene Markierungen, wie Einzelpunkte sind nicht zulässig. Die so entstandene Markierung darf kein Rutschen oder Stolpern fördern und ist daher niveaugleich in die Stufenfläche zu integrieren. [...] Dies ergänzen wir durch [...] Zur Erreichung der Güteklassifizierung A gilt: Zusätzlich sind alle Setzstufen über die volle Breite mit einem Markierungstreifen in, entsprechend auf der Trittstufe gewählter, Breite anzubringen. Unterbrochene Markierungen, wie Einzelpunkte sind nicht zulässig. Dieser Streifen darf sich farblich nicht von der Markierung auf der Trittstufe unterscheiden. [...] Warum haben wir dies so festgelegt ?

Einzelne Punkte genügen nicht, da sie nicht eindeutig erkennen lassen, wo sich die Trittkante befindet und die Punktierung verwirrend anmutet. Ebensowenig geeignet sind aufgebrachte Leisten, Lippen oder Winkelkanten. Diese sind, je nach Höhe, schon bei wenigen Millimetern als Stolperfallen zu werten. Gleiches gilt für in die Stufe hineinversetzte Markierungen.

Wichtigster Punkt ist für uns die identische Markierung aller Tritt- und Setzstufen. Die beste Sicherheit erreicht eine Markierungsbreite der Setzstufe, die der Breite der Trittstufenmarkierung entspricht. Warum? Kommt ein Nutzer beim Aufwärtssteigen ins Stolpern und fällt droht zu Stürzen, versucht er automatisch, seine Hände dorthin zu bewegen, wo er sich abfangen kann. Reflexartig wird er dabei in die Mitte einer auffälligen Markierung greifen.Hat die Markierung auf der Tritt- und Setzstufe die gleiche Breite greift er in die Mitte und kann den Sturz abfangen.

Aus diesem Aspekt heraus begründen wir die Markierung aller Stufen sowie von Tritt- und Setzstufen. Die Benutzung einer Treppe von oben nach unten wie auch von unten nach oben wird deutlich sicherer.

4.4 Treppenbeleuchtung

Man kann es nicht häufig genug erwähnen, dass der Beleuchtung einer Treppe besondere Aufmerksamkeit gelten sollte. Bei vielen Unfällen wird die Beleuchtungsstärke als "unzureichend" identifiziert. Je besser man den Aufbau einer Treppe (z.B. Stufenausbildung) erkennen kann, umso sicherer ist deren Benutzung. Wir haben uns daher in unserer Prüfrichtlinie den Schweizer Kollegen angeschlossen und eine ausreichende Beleuchtungsstärke von 200 lx festgelegt. Dies gilt insbesondere für Stufen und beim An- und Austritt. Zu achten ist hierbei auch darauf, dass die installierte Beleuchtung sowohl tagsüber als auch nachts nur geringe Leuchtdichtedifferenzen gerade beim An- und Austritt aufweist.

4.5 Kontraste

Treppenmarkierungen müssen generell "auffällig" d.h. kontrastreich gestaltet werden. Unsere Richtlinie EU-GS 904 AUB Treppe notiert hierzu: [...] Für den Kontrastwert K zwischen Trittstufe und Markierungsstreifen gelten zur Erreichung der Güteklassifizierung A im Außenbereich K = 0,5 und im Innenbereich bei hellen Stufen K = 0,6 und bei dunklen Stufen K = 0,7 unter Berücksichtigung der Vorgabe, dass die hellere der kontrastgebenden Flächen einen Reflexionsgrad von p ≥ 0,5 aufweist. [...] Wir haben hierbei berücksichtigt, dass höhere Kontrastwerte grundsätzlich nicht nur für mehr Auffälligkeit und damit mehr Sicherheit sorgen, sondern sich die Kontrastwerte erfahrungsgemäß bei intensiver Nutzung durch Abnutzung und Verschleiß verschlechtern und eine Nachbesserung oftmals vernachlässigt oder zu spät durchgeführt wird. Daher gilt: Lieber bei der Einrichtung ein deutliches und nachhaltiges "Mehr".

4.6 Treppen absichern

Frei im Raum stehende Treppen bereiten nicht nur uns Kopfschmerzen. Diese, meist gegen Unterlaufen nicht abgesicherten Treppen bereiten auch Menschen mit Sehbeeinträchtigung, abgelenkten "Handy"nutzern usw. oft unbeabsichtigt solches Kopfweh. Daher sollten Sie dies generell verhindern. Abschrankung, Bepflanzung oder Möblierung bis zu einem Bereich von 220 cm Höhe sind solche geeigneten Maßnahmen. Schicke oder nützliche Maßnahmen sind gut für des Nutzers Kopf.

Ebenso schmerzsteigernd sind die scheinbar hippen Schlepptreppen mit Stufen, deren Höhe im Verlauf bis Null abgesenkt werden. Sie sind für visuell eingeschränkte, unachtsame und Gang verunsicherte Nutzer eine Einladung zum Stolpern und Stürzen. Gleiches gilt für Treppen, deren Stufen schräg zur Gehrichtung verlaufen, da hier abwechselnd lange und kurze Schritte erforderlich sind. Verzichten Sie auf solche vermeintlich "schönen" Lösungen. Solche großflächigen Treppenanlagen sind auch mit Treppenstufen in Normalhöhe oder intergierten Grünflächen gestalt- und umsetzbar.

 

5. Kosten / Mehraufwendungen Barrierefreiheit

Zur Abschätzung der Baukosten und planerischen Unterstützung stellen wir nachfolgend Daten einzelner Bauteile und Leistungen in verschiedenen Ausführungsvarianten zur Verfügung, die Sie bei der Kostenplanung von barrierefreien Umsetzungsmaßnahmen unterstützen sollen. Sie stammen aus der Objektdatensammlung des Baukosteninformationszentrums BKI und geben den Bundesdurchschnitt anhand erhobener und gebauter Objekte wieder.

Leistung/BauteilEinheitminvonØ brutto €bismax
Stufengleitschutzprofil m 10 15 18 24 34
Rillenfräsung, Stufenkante m - 25 29 39 -
Aufmerksamkeitsstreifen, Stufenkante m - 34 39 48 -
Oberfläche laserstrukturiert, Mehrpreis m2 - 24 29 38 -
Leitsystem innen, Rippenfliesen, Edelstahl, 3 Pippen m - 105 123 154 -
Leitsystem innen, Rippenfliesen, Edelstahl, 7 Pippen m - 130 153 191 -
Kontraststreifen Noppenfliesen Edelstahl 300 mm m - 41 48 60 -
Kontraststreifen Noppenfliesen Edelstahl 600 mm m - 37 43 54 -
Aufmerksamkeitsfeld Noppenfliesen Edelstahl 600/600 Stck. - 211 248 310 -
Aufmerksamkeitsfeld Noppenfliesen Edelstahl 1200/1200 Stck. - 589 693 866 -
Aufmerksamkeitsfeld Noppenfliesen Steinzeug innen Stck. - 162 190 238 -
Handlaufprofil, Holz m 17 42 49 66 102
Geländer, gerade, Rundstabprofil m 200 309 339 401 558
Handlauf Stahl außen, verzinkt, Rundrohr 33,7 mmm m 29 39 44 48 59
Handlauf Stahl außen, verzinkt, Rundrohr 42,4 mmm m 43 55 61 70 87
Handlauf Stahl nichtrostend, Rundrohr 33,7 mmm m 29 62 87 97 134
Handlauf Stahl nichtrostend, Rundrohr 42,4 mmm m 34 73 91 110 143
Handlauf Stahl nichtrostend, Rundrohr 48,3 mmm m 61 87 111 146 184
Handlauf Stahl gebogen m 96 119 137 151 171
Handlauf Stahl Wandhalterung Stck. 13 47 63 110 184
Handlauf Enden Stck. 8 30 39 48 69
Handlauf Bogenstück Stck. 16 39 53 67 99
Handlauf Ecken, Gehrungen Stck. 10 28 35 46 77
Brüstungs-/Treppengeländer Flachstahlfüllung m 163 318 369 449 691
Brüstungs-/Treppengeländer Lochblechfüllung m 160 245 278 314 403
Treppengeländer Außen m 166 270 315 432 740

© BKI Deutscher Architektenkammern GmbH / 2.Quartal 2017 (Bundesdurchschnitt)

 

 

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